Berliner Divestment-Erfolg: Mit diesem Video feiern wir Einjähriges

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Heute ist ein Tag zum Feiern! Vor genau einem Jahr, am 23.06.2016, sagte Berlin Ja zu Divestment. Fossil Free Berlin hatte 500 Tage dafür gekämpft und geworben und am Ende das Parlament überzeugt. Was für ein Erfolg! In diesem Party-Flashmob-Video sieht man, wie viel Spaß wir beim Jubeln und Tanzen hatten 🙂

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In einem Jahr fast verdreifacht: Divestment-Erfolge in Deutschland

Das Land Berlin war der fünfte Großinvestor in Deutschland, der sich der Divestment-Bewegung anschloss. Schneller waren nur Münster, die Allianz-Versicherung, das Presseversorgungswerk und die ev. Landeskirche Hessen-Nassau. Sie alle trennten sich von Firmen wie RWE, Total, BASF und 197 anderen, die auch heute noch mit Kohle, Öl und Gas das Klima zerstören und damit Profite machen.

Die Entscheidung des Berliner Parlaments bekam lokal und international viel Lob und brachte Investoren zum Nachdenken. Inzwischen haben 14 deutsche Institutionen den Klimakillern die rote Karte gezeigt und ziehen ihr Geld ab. Die Zahl der Divestment-Erfolge in Deutschland hat sich also in nur einem Jahr seit Berlin fast verdreifacht (weltweit ist die Zahl sogar auf über 730 gewachsen).

Zu den Divestment-Vorreitern zählen u.a. die Städte Stuttgart und Göttingen sowie Bremen als zweites Bundesland. Ausgestiegen sind außerdem zwei weitere Berliner Großinvestoren – die Ärzteversorgung mit 7,9 Mrd. Euro (!) verwaltetem Pensionsvermögen und die ev. Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz mit rund einer Million Kirchenmitgliedern. Fossil Free Berlin zeichnete beide Berliner Institutionen vor kurzem mit dem Berliner Divestment Award aus.

Erster fossilfreier Aktienindex kommt aus Berlin

Auch das ist ein Erfolg unserer Bewegung: Die Berliner Finanzverwaltung ließ nicht nur die Pensions-Rücklagen in Höhe von 823 Mio. Euro für die Berliner Angestellten und Beamten klimafreundlicher machen – sie bestellte gleich einen fossilfreien Aktienindex, der seit Mai 2017 bei der Bundesbank hinterlegt ist. Alle Bundesländer, Städte und Kommunen, die ihre Finanzen von Kohle, Öl und Gas sowie Atomkraft und Rüstung befreien wollen, können diesen Index nutzen. Der Berliner Tagesspiegel nennt das eine „Anleitung zum Ausstieg aus fossilen Investitionen“. Auch das war uns eine Auszeichnung wert. Die Berliner Finanzverwaltung wurde beim Berliner Divestment-Award als „Klimafinanz-Vorreiter“ geehrt.

Berlin macht ernst: Kohlekraftwerk abgeschaltet, Kohleausstieg beschlossen

Kaum war Divestment beschlossen, wählten die Berliner/innen eine neue Landesregierung. Diese leitete kurz darauf den Ausstieg aus Braunkohle bis 2018 und aus Steinkohle bis spätestens 2030 ein. Konsequenterweise wurde vor wenigen Wochen das innerstädtische Kohlekraftwerk Klingenberg abgeschaltet und auf Gas umgerüstet (ja, auch Gas ist klimaschädlich, dennoch sehen wir die Umrüstung als Fortschritt).

Wie geht es weiter, was können wir tun?

Der Klimawandel macht keine Pause. Das Klimachaos ist schon jetzt Realität für Millionen von Menschen in aller Welt. Nur gemeinsam schaffen wir es, die schlimmsten Verluste abzuwehren. Deshalb wollen wir die internationale Divestment- und Klimaschutz-Bewegung noch größer und stärker machen – zusammen mit dir. Das ist aus unserer Sicht besonders wichtig:

(1) Konsequentes Divestment der anderen Bundesländer und der Bundesregierung
Berlin und Bremen haben es vorgemacht. Divestment ist machbar und öffnet Türen für 100% erneuerbare Energie, Abbau klimaschädlicher Subventionen und funktionierende Klimaschutzgesetze. Die Bundesregierung sowie sechs andere Bundesländer legen nachgewiesenermaßen immer noch Hunderte Millionen Euro in Klimakiller-Konzerne an. Damit muss sofort Schluss sein! Der Berliner Aktienindex steht allen bereit, es gibt keine Ausreden mehr.

(2) Klares Bekenntnis der größten Energieverbraucher zur Dekarbonisierung
Verkehrswende! Agrarwende! Energiewende! Finanzwende! Die größten Unternehmen müssen alle Geschäftsbeziehungen zur fossilen Brennstoff-Industrie abbrechen und endlich mit lauter Stimme Position gegen Kohle, Öl und Gas beziehen. Damit meinen wir auch ganz speziell die schweigende Deutsche Bahn, mit der wir seit November 2016 in Kontakt sind.

(3) Vollständiger Kohleausstieg in Deutschland
2030 ist zu spät, das muss deutlich früher passieren. Deshalb unterstützen wir Ende  Gelände.

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