Nachgehakt – wie weit reicht der Klima-Ehrgeiz der Deutschen Bahn?

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„Neue ehrgeizige Klimaziele“ kündigt Dr. Lutz, Chef der Deutschen Bahn und ehemaliger Finanzvorstand am 23.10.2017 morgens in einer Pressekonferenz an. Als Empfangskommittee haben wir von Fossil Free Berlin ankommende Journalist/innen und Mitarbeiter/innen begrüßt.

Weil wir nicht für die Pressekonferenz eingeladen sind, präsentierten wir unsere Fragen mit Sprechblasen-Plakaten.

Das sind unsere Kernfragen an die Deutsche Bahn:

Herr Dr. Lutz, reicht Ihr Klima-Ehrgeiz auch für… DIVESTMENT?
Ein ganzes Jahr lang war Fossil Free Berlin mit der DB im konstruktiven Dialog. Am Ende blockte ein DB-Finanzentscheider aus der Abteilung von Dr. Lutz ab und bezeichnete Divestment der Altersvorsorge für DB-Manager als „Non-Thema“. Wir bewerten die Haltung der DB als mutlos und fahrlässig angesichts der Schäden, die der Klimawandel schon heute weltweit verursacht – und veröffentlichten deshalb diese kritische Pressemitteilung und diesen Blogartikel im Sommer 2017. Weiterhin würde es die DB nur sehr wenig Aufwand kosten, auch im Finanzbereich klimafreundliches Vorbild für andere Unternehmen zu werden – eine einfache Aktienumschichtung weg von Kohle-Öl-Gas-Firmen und ökologische Kriterien in den Anlagerichtlinien reichen aus.

Herr Dr. Lutz, reicht Ihr Klima-Ehrgeiz auch für… GREEN BONDS?
Die französische Bahn SNCF hat es 2016 getan – sie bot Investoren einen Green Bond für klimafreundliche Bahn-Projekte an und nahm mit dieser Unternehmensanleihe 900 Millionen Euro ein. Wir informierten die DB über diese vorbildliche Maßnahme und durchweg positive Medienberichte und stellten Kontakte zu Finanzexperten für Green Bonds her. Doch die blockierende Antwort der DB lautete auch hier, das sei ein ‚Non-Thema‘.

Herr Dr. Lutz, reicht Ihr Klima-Ehrgeiz auch für… ein STOPP der KOHLE-TRANSPORTE?
DB Cargo transportiert laut eigener Aussage jährlich 30 Mio. Tonnen Steinkohle. Die Bahn macht also weiterhin Geschäfte mit Unternehmen, die das Klima zerstören. Das passt nicht zu „ehrgeizigen Klimazielen“. Dieses „Weiter so“ der DB gibt das falsche Signal in einer Zeit, in der die Schäden des Klimawandels weltweit deutlich zu spüren sind. In einer öffentlichen Diskussion, in der es nur noch um das „Wann“ und nicht mehr um das „Wie“ des Kohleausstiegs geht, ist das „Weiter so“ der DB weder ehrgeizig noch vorbildlich. Reicht also der Klima-Ehrgeiz von Dr. Lutz, um die Kohle-Züge jetzt zu stoppen?

Wir werden weiter beobachten, ob die Deutsche Bahn und Herr Dr. Lutz auf ihren Klima-Ehrgeiz auch Taten folgen lässt und werden auf Twitter.com/DivestBerlin und Facebook.com/FossilFreeBerlin darüber berichten.

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