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Wer gewinnt und wer verliert beim #BerlinDivestmentAward?

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Zum ersten Mal vergibt Fossil Free Berlin den #BerlinDivestmentAward. Das ist eine Auszeichnung für Vorreiter klimafreundlicher Finanzen, die Ja zu Divestment sagen. Diesen Vorbildern wollen wir öffentlich danken, dass sie das Richtige tun. Sie ziehen ihr Geld ab, sie nennen Klimakiller beim Namen (ja, Ihr seid gemeint, RWE, Total und die 198 anderen), und sie machen eine zu 100% erneuerbare Zukunft möglich. Danke!

Verweigerern und Blockierern, die weiter auf Profite zulasten des Klimas setzen, winkt dagegen ein Antipreis. Sie bekommen zurecht den ganzen Ärger der Gesellschaft. Wer unverbesserlich Geld in Kohle, Öl und Gas steckt, verdient unseren Widerstand.

Sechs Großanlegern stellen wir eine einzige, einfache Frage: Ist das Geld aus klimaschädlicher Kohle, Öl und Gas abgezogen?

Bis zum 13. Mai 2017 – dem Höhepunkt der Globalen Divestment-Mobilisierung 2017 – stellen wir jeden Tag eine Nominierung vor.

Nominierung 1:
Berliner Ärzteversorgung

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Die Berliner Ärzteversorgung verwaltet unglaubliche 7,1 Milliarden Euro. Damit finanziert sie die Renten von Medizinern in Berlin. Im Januar 2017 beschloss sie ein Teil-Divestment! Dank unermüdlicher Initiative von Ärzten und Klimaschützern wird das Geld aus vielen (wenn auch nicht allen) Kohle-Konzernen abgezogen, weil sie der Gesundheit und dem Klima schaden. Das ist ein guter Anfang.

Wir sehen die Berliner Ärzteversorgung als Vorbild in Europa und zeichnen die Verantwortlichen als “Klimafinanz-Vorreiter” mit dem #BerlinDivestmentAward aus. Und nicht vergessen: Die nächste Etappe heißt #DivestTheRest!

Nominierung 2:
Deutsche Bank

Anfang 2017 machte die Deutsche Bank Schlagzeilen mit der Ankündigung, sich aus der Kohle-Finanzierung zurückzuziehen. Sie dementierte auch  öffentlich, dass sie jemals die gefährliche DAPL-Ölpipeline in North Dakota / USA finanziert habe. Ist sie also eine würdige Kandidatin für den #BerlinDivestmentAward?

Wir forschten nach – und fanden Ernüchterndes. Was gut klingt, ist leider schlecht gemachtes Greenwashing: Recherchen von Urgewald zeigen, dass die Deutsche Bank einen Großteil der Kohle-Projekte und -Konzerne unverändert weiter finanziert. Auch an den Geschäften mit dem Unternehmen, das die DAPL baut, hält sie trotz “ökologischer und sozialer” Prüfung fest.

Die Deutsche Bank finanziert das Klimachaos mit und ist von Divestment meilenweit entfernt. Damit gewinnt man keine Awards, damit macht man sich schuldig. #fail #DefundDAPL

Update1: Hier ist das Live-Video der Übergabe des Negativpreises von Fossil Free Berlin an die Deutsche Bank in Berlin.

Update2: Der Pressesprecher der Deutschen Bank reagierte auf den Negativpreis! Nur eine Woche nach der Globalen Divestment-Mobilisierung trafen wir ihn zum Gespräch in Berlin. Die Deutsche Bank sei zum Dialog bereit. Konkreter: Er würde einen Gesprächstermin mit entscheidungsbefugten Personen auf einer höheren Ebene der Bank arrangieren. Wir sind skeptisch, aber gespannt. Mit einem Stufenplan für  klimafreundliche Finanzen könnte die  Deutschen Bank zeigen, dass ihr die Befreiung der Wirtschaft von Kohle, Öl- und Gas-Energie ein ernstgemeintes Anliegen ist.

Nominierung 3:
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Hat die KfW den #BerlinDivestmentAward verdient? Sie nennt Nachhaltigkeit und Energieeffizienz als wichtige Unternehmensziele und bietet Investoren milliardenschwere Green Bonds an. Das sind oft Anleihen an Unternehmen für erneuerbare Energien und Klimaschutzprojekte. Weltweit gelten sie als ein großer Hebel für die Dekarbonisierung.

Unerklärbar ist: Wider besseres Wissen finanziert die KfW gleichzeitig mehr als ein Dutzend klimaschädigende fossile Großprojekte, z.B. den Bau eines riesigen Kohlekraftwerks in Griechenland.

Die KfW profitiert von der Zerstörung des Klimas und erhält deshalb beim #BerlinDivestmentAward den Negativpreis. #fail

Update: Hier ist das Live-Video der Übergabe des Negativpreises von Fossil Free Berlin an die KfW in Berlin.

Nominierung 4:
Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

170504-award4Die EKBO schließt seit Januar 2017 Unternehmen aus ihren Investitionen aus, die „Atomenergie produzieren oder die in ihrer Wertschöpfungskette Umsatzanteile von mehr als 30 % aus den fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas generieren”. Sie ist „nicht mehr gleichgültig, wo und für was ihr Geld investiert wird“ und bezieht sozialverträgliche, ökologische und generationengerechte Kriterien mit ein.

Die EKBO handelt als Vorbild für den Klimaschutz. Das ist ein positives Signal für die rund eine Million Kirchenmitglieder und andere religiöse Gemeinschaften in Europa. Wir zeichnen die EKBO deshalb als Klimafinanz-Vorreiterin mit dem #BerlinDivestmentAward aus. Wir hoffen, dass die EKBO sehr bald auch Investitionen in Öl und Gas ausschließt, um die Schöpfung vor Klimachaos zu bewahren. #DivestTheRest

Nominierung 5:
Deutsche Bahn (DB)

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Sechs Monate lang hat sich Fossil Free Berlin um einen konstruktiven Dialog mit der Führung der DB bemüht. Jetzt kam die Antwort eines Entscheiders:

Klimafreundliche Finanzen wie die fossilfreie Altersvorsorge und Green Bonds seien für die DB ein ‚Non-Thema‘. Die DB scheut sich offenbar vor einer klaren, öffentlichen Position für die Dekarbonisierung. Angesichts ihrer eigenen Ziele zur CO2-Minderung ist das mutlos, in Zeiten der real stattfindenden Klimakatastrophe sogar fahrlässig.

Solange das so bleibt, verliert die DB ihre Nominierung für den #BerlinDivestmentAward. Sollte sie ihre Haltung in der Zukunft ändern, steht der Weg für einen positiven Award wieder offen.

Update: Hier ist das Live-Video von Fossil Free Berlin beim Besuch der Deutschen Bahn in Berlin.

 

Nominierung 6:
Berliner Landesregierung & Senatsverwaltung für Finanzen

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500 Tage lang hat FossilFreeBerlin geworben und gekämpft, dann stimmte das Landesparlament in Berlin mit Ja für Divestment. Die Senatsverwaltung für Finanzen machte sich an die Arbeit, fand Finanzdienstleister und ließ einen Aktienindex bauen, der zu 100% frei von Kohle, Öl und Gas ist. Auch Atom und Rüstung sind tabu. 823 Millionen Euro Versorgungsrücklagen werden vor RWE, Total und Co. in Sicherheit gebracht.

Es wird noch besser: Auch alle anderen Bundesländer, Städte und Kommunen können den Index für ihr Divestment nutzen. Er ist eine “Anleitung zum Ausstieg aus fossilen Investitionen”, schreibt der Tagesspiegel. Gratulation an @senfin und die Berliner Landesregierung: Damit gewinnen sie den #BerlinDivestmentAward als “Klimafinanz-Vorreiter”.

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Mission 2017: Berliner Divestment-Index und Deutsche Bahn

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„Bleibt Fossil Free Berlin weiter aktiv bei Divestment und Klimaschutz?“

Das wurden wir seit dem Erfolg mit dem Berliner Parliament im Sommer 2016 oft gefragt. Antwort: Auf jeden Fall! Aktiv bleiben wir sogar doppelt – das sind unserer zwei aktuellen Missionen:

Mission 1: „Berliner Index“ muß 100% fossilfrei werden

Um sicherzustellen, dass die 823 Millionen Euro aus dem Berliner Pensionsfonds wirklich klimafreundlich angelegt werden, verfolgt Fossil Free Berlin den Prozess seit Sommer 2016 sehr genau. Hinter den Kulissen haben zwei Finanzdienstleister monatelang gearbeitet. Aus vielen Gesprächen und einem zweiten persönlichen Treffen mit dem Finanzsenator Herrn Dr. Kollatz-Ahnen wissen wir, dass noch im 1. Quartal 2017 der ethische „Berliner Index“ veröffentlicht werden soll. Erst dann kann Berlin die Millionen umschichten. Angekündigt wurde in einer Pressemitteilung u.a., dass er „ausschließlich“ fossilfrei und damit ohne klimaschädliche Kohle-, Öl- und Gaskonzerne wie z.B. RWE, Eon und Total sein soll. Das wollen wir mit eigenen Augen sehen und bleiben am Ball.

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Fossil Free Berlin trifft den Berliner Finanzsenator am 17.01.2017  / Foto: Fossil Free Berlin

Mission 2: Klimafreundliche Finanzen bei der Deutschen Bahn

Wir haben sehr viel diskutiert und recherchiert: Die Deutsche Bahn – einer der größten Stromverbraucher Deutschlands und Symbol für klimaschonendere Mobilität – ist unser Fokus für 2017. Warum? Die Deutsche Bahn möchte laut ihres Zielkatalogs DB2020+ bis zum Jahr 2020 „Umwelt-Vorreiterwerden und ehrgeizige Klimaziele erreichen. Sie wirbt mit der grünen Bahncard dafür, den Fernverkehr mit 100% Ökostrom zu betreiben. Weil die DB mehr Strom verbraucht als alle anderen Unternehmen, ist das wichtig für die Klimaziele Deutschlands.

Aber: In öffentlichen Reports des Milliardenkonzerns gibt es Hinweise, dass die DB ihr Geld ähnlich anlegt wie die meisten Pensionskassen – in Staatsanleihen und gemischte Aktienfonds. Und damit fast zwangsläufig in Kohle-, Gas- und Ölfirmen, die mit ihren riesigen Mengen an Treibhausgasen die Erde aufheizen. Profite auf Kosten des Klimas? Das wäre ein Widerspruch zu den Klimazielen der DB.

Deshalb laden wir die Deutsche Bahn zur Zusammenarbeit für klimafreundliche Finanzen ein. Nach einem Austausch per Brief und E-Mail gab es schon ein erstes Treffen mit der DB-Führung. Seitdem läuft ein regelmäßiger und konstruktiver Dialog. Mehr dazu erfahrt Ihr bei Twitter und Facebook.

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 Deutsche Bahn am Potsdamer Platz, Berlin / Foto: Mathias Becker, Fossil Free Berlin

 

Wir haben gewonnen – Berlin wird Divestment-Haupstadt!

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Wir jubeln: Nach 500 Tagen Action und Hoffnung stimmte das Berliner Parlament am 23. Juni 2016 einstimmig für #Divestment! Öffentliche Gelder des 750-Millionen-Euro-Pensionsfonds müssen jetzt durch den Finanzsenator aus allen Unternehmen abgezogen werden, „deren Geschäftsmodell dem Ziel der Klimaneutralität widerspricht“. Verbannt wird, wer mit klimaschädlicher Kohle, Öl und Gas Geschäfte machen will.

Berlin tritt damit in die Fußstapfen z.B. von Oslo, Kopenhagen, Seattle, Paris, Melbourne, Münster und Stockholm. Die Hauptstadt schließt sich der weltweiten Divestment-Bewegung an, zu der mehr als 500 Großinvestoren wie Universitäten, Kirchen, Stiftungen, Versicherungen, Pensionsfonds gehören.

Auf der schwarzen Liste unerwünschter Firmen stehen u.a. RWE, E.on und Total. Tabu sind außerdem Unternehmen, die mit Atomkraft und Kriegswaffen Geld verdienen wollen. Berlin sucht jetzt einen Finanzdienstleister, der bis zum 31.12.2016 einen ethischen Aktienindex entwickeln soll, um das Geld schnell umzuschichten. Bitte weitersagen!

Das ist auch Euer Sieg! – ohne Eure wunderbare Unterstützung hätten wir diesen Kraftakt nicht geschafft. Was alles nötig war, Berlin zur Divestment-Hauptstadt zu machen, und wie es jetzt weitergeht, erfahrt Ihr hier.

Video: So brechen wir durch die „Mauer der fossilen Energie“

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FossilFreeBerlin_Mauerfall-Video222. Juni 2016. Einen Tag vor der Divestment-Abstimmung des Berliner Parlaments überbringen wir unsere Botschaft noch einmal laut und klar – Berlin muß den Divestment-Durchbruch schaffen! Dafür wollen wir an der historischen East Side Gallery die „Mauer der fossilen Energie“ einreißen, die den Weg zu einer klimafreundlichen, erneuerbaren Zukunft versperrt.

Seid Ihr bereit für den Durchbruch? Dann schaut Euch unser Mauerfall-Video an – wir rennen los bei drei, zwei, eins…

Divestment-Endspurt in Berlin – jetzt wird’s politisch!

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blog_openerUnd sie bewegt sich doch, die Berliner Politik! Mit Flashmobs, Großprojektionen, und zahlreichen Aktionen fordern wir die Stadt seit einem Jahr auf, klimaschädliche Investititonen zu beenden. Die Presse nahm das Thema auf, wir blieben dran – und Berliner Abgeordnete reagierten im Januar 2016 mit einen offiziellen Divestment-Antrag. Ein großartiger Sieg, den es jetzt abzusichern gilt: denn Divestment-Gegner versuchen den politischen Prozess zu verschleppen. Wir können das verhindern – und Du kannst dazu beitragen, dass Klimaschutz in Berlin nicht bloß ein leeres Versprechen bleibt.

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PARIS AND BEYOND

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Was die Klimakonferenz in Paris für Fossil Free Berlin bedeutet

Foto: Yann Levy / 350.org
Foto: Yann Levy / 350.org

Das vergangene Jahr bescherte uns das Klimaschutzabkommen der COP21 in Paris. Die Staaten einigten sich darauf, die Erderwärmung auf “deutlich unter 2 Grad” zu begrenzen. Dabei war schon die Tatsache zu begrüßen, dass endlich ein umfassender, rechtlich bindender Vertrag erreicht wurde – nach über 20 Jahren mit Vorbereitungsrunden, Fachsitzungen und Mammut-Verhandlungen und einem zerlöcherten Kyoto-Protokoll. Wenn man sich also vor Augen führte, dass man noch vor Kurzem um diese 2 Grad zankte, war dies Grund für Champagner. Was gefeiert wurde, ist aber erst ein Zeichen guten Willens. Das Abkommen baut darauf, dass Einzelstaaten von sich aus CO2-Reduktionsmaßnahmen festsetzen. Damit begannen die Staaten bereits vor Paris; leider reichen derzeit diese Maßnahmen zusammengenommen aber nicht einmal für einen Erwärmungs-Stopp von 3 Grad. Die Staaten müssen also nachlegen. Und wir sind gefragt.

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Etappensieg für Fossil Free Berlin: Enquete-Kommission fordert Divestment

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Standing Ovations für die Divestment-Empfehlung der Kommission im Abgeordnetenhaus (Foto: Fabian Franke/Fossil Free Berlin)

Am Abend des 11. November war es also soweit. Nach Wochen der Vorbereitung und vielen Diskussionen würden wir heute im Abgeordnetenhaus dabei sein, wenn die Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin“ neben Kohleausstieg und vielen weiteren Vorschlägen zu mehr Klimaschutz auch Divestment als Empfehlung an die Stadt Berlin ausspricht. Wir waren gekommen, um Kommission und Publikum mit einer Aktion zu überraschen. Würden sich unsere Mühen auszahlen? In einigen Stunden würden wir es wissen.

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