Blogbeitrag

Divestment zieht große Kreise – mit Al Gore’s Climate Reality Leaders

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Am Tag als Deutschlands Kohlekommission endlich erstmals tagt, reist Al Gore in Berlin an. Er ist hier, um fast 700 Menschen zu ClimateReality Leaders auszubilden. Auch Fossil Free Berlin ist mit vier Mitgliedern dabei. Schon nach dem ersten Tag erzählen sie von spannenden Expertenpanels, Vorträgen, neuen Projekten und sehr vielen motivierten Aktivist*innen aus der ganzen Welt.

Foto / M. Schützek für Fossil Free Berlin

Richtig aufgeregt sind sie am dritten Tag: Fossil Free Berlin plant eine Überraschungsaktion.
Sie wird nur dann klappen, wenn sich die Climate Reality Leaders zum Abschluss der Tagung dafür begeistern lassen und mitmachen. Teaser werden auf Social Media gestreut, und das Orga-Team von Al Gore sagt zu, dass ausnahmsweise Flyer verteilt werden dürfen.

Foto / M. Schützek für Fossil Free Berlin

Die Tagung endet gegen 16 Uhr im Maritim-Hotel. Unser Team trägt „Divest Now“ T-Shirts und schafft es nach kurzer Zeit tatsächlich, mehrere Hundert (!) Menschen zum nahegelegenen Matthäikirchplatz zu lotsen. Was sie dort erwartet? Eine gemeinsame Aktion mit dem Namen #UnitedForEnergiewende, organisiert von Fossil Free Berlin und Greenpeace Berlin.

Und da kommen sie! Welcome everybody! Did you enjoy your training? Die Menge jubelt. Seid Ihr bereit für Climate Action? Die Menge jubelt noch lauter. Bitte schaut einmal nach oben und winkt – ganz oben auf dem Kirchturm steht unser Fotograf. Er wird Bilder von uns machen, wie wir alle zusammen die Verantwortlichen im Deutschen Bundestag zu Divestment aufrufen.

Foto / Willem Thomson für Fossil Free Berlin

Gregor übernimmt das Megaphon und erklärt, warum das wichtig ist – und wie wir das gemeinsam schaffen können. Fossil Free Berlin war schon einmal erfolgreich und hat Berlin zur Divestment-Hauptstadt gemacht. Jetzt ist es höchste Zeit, dass auch auf Bundesebene den Kohle-, Öl- und Gas-Konzernen alle öffentlichen Gelder entzogen werden. Wir wollen eine gerechte Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren für alle, eine nachhaltige und fossilfreie Zukunft. Seid Ihr dabei? Großer Jubel bricht aus. Der Fotograf dirigiert uns und es bildet sich ein großer, bunter Kreis. Ein wunderbares Bild, mit der Erdkugel im Innern. Aus der Gruppendynamik heraus wird der Kreis enger, über 200 Menschen bewegen sich langsam auf die Mitte zu und es entstehen die zwei symbolischsten und schönsten Bilder des Tages:

Fotos / Willem Thomson für Fossil Free Berlin

Diese Climate Reality Leaders wollen etwas bewegen. Drei Tage lang haben sie in Hotelräumen zugehört, diskutiert und Pläne geschmiedet. Jetzt sind sie unter freiem Sommerhimmel und werfen die Hände in die Luft, lachen, starten Sprechchöre: „Finance our future, instead of climate chaos!“. Teil zwei unserer Aktion beginnt, drüben bei einem grünen, alten Baumriesen auf dem Kirchplatz. Die Erklärung kommt wieder von Gregor per Megaphon:

Unglaubliche 542 Millionen Euro hat Deutschlands Regierung in Aktien von Energiekonzernen investiert, die mit fossilen Brennstoffen das Klimachaos befeuern. Wir müssen das Geld da rausholen! Auf einer Seite der Menschenmenge sehen wir eine große, schwarze CO2-Blase. Dort sind auch drei prall gefüllte Geldsäcke. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die blaue Erdkugel. Wenn wir Hand in Hand zusammenarbeiten, dann bewegen wir das Geld in die richtige Richtung. Wo es Schaden anrichtet, muß es raus. Wo es unsere Zukunft und das Klima schützt, gehört es hin. Seid Ihr dabei?

Hände strecken sich nach oben, die Sprechchöre gehen wieder los, und wie beim Stagediving auf einem Festival bewegt sich das Geld über die Köpfe. Wir streamen live auf Facebook, um die tolle Stimmung einzufangen. Unser Fotograf ist inzwischen vom Kirchturm geklettert und macht Bilder am Boden:

Foto / Willem Thomson für Fossil Free Berlin

Das Team von Fossil Free Berlin sieht erschöpft und glücklich aus. Die Aktion ist geschafft, die Climate Reality Leaders klatschen und wollen den Platz gar nicht mehr verlassen. Viele machen Selfies mit der Erdkugel, tauschen Adressen aus, wollen wissen, wo die Videos und Fotos zu sehen sind. Natürlich auf Social Media. Als Hashtags nutzen wir #UnitedForEnergiewende für unsere heutige Aktion und #LeadOnclimate wie das Climate Reality Project.

Denn darum geht es: Wir stoppen die Zerstörung des Klimas und bereiten eine klimagerechte Zukunft vor, wenn wir alle zusammenhalten. Wenn wir uns mit anderen verbünden, Unterschiede und Gemeinsamkeiten anerkennen, Konsens schaffen, gemeinsam aktiv werden, dann werden wir gewinnen.

Foto / Willem Thomson für Fossil Free Berlin

Fossil Free Berlin sagt DANKE an alle Climate Reality Leaders, die mitgemacht haben, an den CEO des Climate Reality Projects Kenneth Berlin, an Al Gore, an Greenpeace Berlin „Energie & Klima“ und ganz besonders an Micha, den Ex-Staatssekretär und Bundestagsabgeordneten a.D Ulrich Kasparick und die über 15.600 Unterzeichner*innen seiner Onlinepetition. Danke, dass Ihr den Kreis der Divestment-Unterstützer*innen immer weiter wachsen lasst.

Wie es jetzt weiter geht? Diesen wachsenden Zuspruch und die Inspiration tragen wir jetzt in den Bundestag:
Wir laden alle Abgeordneten ein, den „Berliner Konsens für Klimastabilität & Rücklagen des Bundes“ zu unterzeichnen und sich für fossilfreie Bundespensionen stark zu machen.

Du willst mitmachen und Teil der Fossil-Free-Bewegung werden?
Du bist bei uns herzlich willkommen. Wir brauchen dich und alles, was Du kannst. Mit und ohne Divestment-Erfahrung. Lass uns zusammen loslegen.


Photo Credits:
Alle Fotos auf dieser Seite sind (wenn nicht anders gekennzeichnet) von Willem Thomson für Fossil Free Berlin.

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„Berliner Konsens“: Einladung an die Mitglieder des Bundestages

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Zur Erinnerung: Es gibt keinen Plan(et) B!
Fotografin: Saskia Uppenkamp für Fossil Free Berlin

Wenn die Einigkeit weiter wächst, ist Divestment auch auf Bundesebene machbar.

Davon sind wir fest überzeugt. Fossil Free Berlin veröffentlicht deshalb heute – am 2. Jahrestag der Berliner Divestment-Entscheidung – denBerliner Konsens für Klimastabilität & Rücklagen des Bundes“ (#BKKR).

Wir laden Mitglieder des Deutschen Bundestages ein, das Positionspapier #BKKR persönlich zu unterzeichnen. Wir rufen sie auf, sich miteinander aktiv dafür einzusetzen, dass die klimaschädlich finanzierten Pensionen der 600.000 Bundesbeamten und Richter fossilfrei werden. Und zwar noch vor dem UN-Klimagipfel im Dezember 2018.

Klingt unmöglich? Ist realistisch machbar! Auch beim Land Berlin gab es 2015 anfangs Bedenken – die sich im Lauf der Zeit in Aufbruchstimmung verwandelten. Seit 23.06.2016 ist Berlin Divestment-Hauptstadt. Das hat inzwischen viele andere Städte, Bundesländer, Kirchen, Versicherer und Großinvestoren inspiriert, auch ihr Geld aus klimazerstörenden Konzernen abzuziehen.

Diese Inspiration tragen wir jetzt in den Bundestag. Wir laden die amtierenden und ehemaligen Mitglieder des Bundestags ein, den „Berliner Konsens“ zu unterzeichnen. Die Unterzeichnung ist per E-Mail an fossilfreeberlin [ät] riseup.net und per Onlineformular möglich. Sobald der Konsens groß genug ist, gehen wir an die Öffentlichkeit. Bitte weitersagen!

Zwei Jahre Divestment-Hauptstadt: Gratulation, Berlin!

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Fotografin: Saskia Uppenkamp für Fossil Free Berlin

Schon wieder ein Grund zum Feiern:

Zwei Jahre ist es her, da stimmten am 23.06.2016 Parlamentarier*innen aus fünf Parteien mit großer Einigkeit dafür, Berlin zur Divestment-Hauptstadt zu machen. Sie folgten damit der 500 Tage langen Öffentlichkeitsarbeit von Fossil Free Berlin. Die Versorgungsrücklagen des Landes Berlin (823 Mio. €) werden seit dieser Zeit nicht mehr mit Aktien von Firmen finanziert, die das Klima mit Kohle, Öl und Gas zerstören. Total, EON, RWE & Co., sie flogen raus.

Berlin hat in der Zwischenzeit diese Gelder nicht nur aus fossilen Brennstoffen komplett abgezogen, sondern auch aus allen Unternehmen, die mit Atomkraft und Kriegswaffen Geschäfte machen. Zusätzlich hat der Finanzsenator den nachhaltigen Aktienindex BENEXX erstellen lassen, der unabhängig geprüft wird, damit das Geld keine Schäden mehr anrichtet. Andere Städte, Kommunen, Bundesländer und der Bund können BENEXX ebenfalls nutzen – wenn sie nur wollen.

Berlin, wir gratulieren dir zum Zweijährigen! Diesen Feiertag nutzen wir außerdem für eine Einladung: Sehr geehrte Mitglieder des Bundestages, bitte setzen Sie sich jetzt für ein Ende klimaschädlicher Bundespensionen und eine fossilfreie Umschichtung ein. Wir wir das anpacken, steht hier.

Wir feiern 15.000 neue Divestment-Unterstützer*innen

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In diesem Live-Video geben Fossil Free Berlin und Ulrich Kasparick ihre Zusammenarbeit für Divestment auf Bundesebene bekannt. Wir freuen uns drauf. Los geht‘s!

Heute ist #WeltUmweltTag und wir feiern einen wunderbaren Meilenstein:

In einem 80-Tage-Sprint haben 15.617 Unterstützer*innen die Divestment-Petition unterschrieben, die der ehemalige parlamentarische Bundesstaatssekretär Ulrich Kasparick initiiert und an den Bundestag gerichtet hat. Das ist ein großer Erfolg! Das beweist, wie viel Rückenwind Divestment auch in Deutschland hat.

Gemeinsam mit den Tausenden rufen wir den Bund auf, seine Aktiengeschäfte mit klimazerstörenden Kohle-, Öl- und Gas-Konzernen in Höhe von 542 Millionen Euro schnell zu beenden und in Zukunft auszuschließen.

Das Ziel verantwortungsvoller Finanzen und fossilfreier Bundespensionen ist noch vor dem UN-Klimagipfel im Dezember 2018 umsetzbar, wenn der Konsens unter den Verantwortlichen im Bundestag groß genug ist. Damit der Konsens wächst, veröffentlichen wir, Fossil Free Berlin, heute den Berliner Konsens für Klimastabilität & Rücklagen des Bundes“ (#BKKR). Wir bitten die amtierenden und ehemaligen Mitglieder des Bundestages, ihn mit ihrem Namen persönlich zu unterzeichnen und aktiv zu werden.

[In Kürze wird der BKKR als Onlinetool zur Verfügung stehen, Unterzeichnungen nehmen wir gerne auch per E-Mail an fossilfreeberlin @ riseup.net vertraulich entgegen.]

 

Jetzt wird’s öffentlich: Klimaschädliche Bundespensionen in den Medien

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Unsere Divestment-Mission ist gerade erst gestartet, jetzt berichtet schon die DIE ZEIT darüber (Artikel „Dreckige Milliarden“ vom 2.5.2018). Ihre Recherchen bestätigen, dass Pensionen von 600.000 Bundesbeamt*innen, Soldat*innen und Richter*innen klimaschädlich finanziert sind. Durch die Anfrage der ZEIT beim Innenministerium kam auch ans Licht, dass der Bund seine Aktiengeschäfte mit Kohle-, Öl- und Gaskonzernen 2018 nicht etwa verringert, sondern auf 542 Millionen Euro verdoppelt.

Das ist unverantwortlich und muß sich ändern! Fossil Free Berlin veröffentlichtet deshalb am 22.5. diese Pressemitteilung.

Zitiert wird darin der ehemalige Bundes-Staatssekretär Ulrich Kasparick. Er bekommt vom Bund eine staatliche Pension und ruft die Verantwortlichen im Bundestag zu einer klimafreundlichen Finanzwende auf. Kasparick sagt: “Der Bund hat sich in Interessenkonflikte mit Konzernen wie Total, BASF und Eni verstrickt, die den Klimaschutz untergraben. Staatspensionen dürfen nicht länger in Kohlekraftwerke fließen, auch nicht in Gaspipelines und Ölbohrinseln.”

Meike Schützek von ‘Fossil Free Berlin’ kommentiert: “Es wirkt, als wolle Deutschland mit einer halben Milliarde Euro auf das Scheitern seiner eigenen Klimaziele wetten. Diesen fatalen Eindruck sollte der Bundestag mit Divestment korrigieren. Die Welt wartet händeringend auf positive Klimaschutz-Signale aus Berlin.”

#DivestDeutschland – so gewinnen wir Bundesland für Bundesland

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Du wolltest schon immer mal aktiv werden für den Klimaschutz? Du möchtest einsteigen in die Divestment-Bewegung? Jetzt ist der beste Moment dafür – wir brauchen dich für die neue Kampagne DivestDeutschland – Bundesland für Bundesland:

Gründe jetzt eine eigene Fossil-Free-Gruppe in deinem Bundesland oder schließ dich einem Team an

Berlin hat es vorgemacht: Die Landesregierung ist mit ihren Versorgungsrücklagen von 823 Mio. Euro aus Kohle, Öl und Gas ausgestiegen. Sie hat bewiesen, dass klimafreundliche Finanzen möglich sind und hat RWE, BASF und Co. die rote Karte gezeigt. Gut so! Kurz darauf haben sich auch Bremen und Baden-Württemberg der Divestment-Bewegung angeschlossen. Noch besser! Die Dominosteine fallen.

Doch wo stehen die anderen 13 Bundesländer? Dank der Recherche investigativer Journalisten wissen wir jetzt von den klimaschädlichen Investitionen von Bayern, Brandenburg, Hessen, NRW und Sachsen-Anhalt.

Schau dir hier die Steckbriefe der „Schmutzigen Fünf“ an

Was macht dein Bundesland? Hier kannst Du nachschauen und aktiv werden.

Fünf Bundesländer wetten mit 187 Mio. Euro auf das Scheitern der deutschen Klimaziele

Die „Schmutzigen Fünf“ finanzieren ihre Beamtenpensionen mit riesigen Beträgen in klimaschädliche Konzerne. Das ist moralisch falsch und finanziell riskant. Sie fallen damit der Bundesregierung in den Rücken, die beim Pariser Klimaabkommen versprochen hat, sich für das 1,5-Grad-Ziel einzusetzen. Das lassen wir nicht zu und fordern gemeinsam: Geld raus aus Kohle, Öl und Gas!

Werde jetzt aktiv und gründe eine eigene Fossil-Free-Gruppe- Das ist einfacher als Du denkst. Und wir helfen dir dabei mit allem was wir erfahren, gelernt, richtig und falsch gemacht haben.

Mehr zur neuen Kampagne findest Du hier:
#DivestDeutschland – Bundesland für Bundesland

Wer gewinnt und wer verliert beim #BerlinDivestmentAward?

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Zum ersten Mal vergibt Fossil Free Berlin den #BerlinDivestmentAward. Das ist eine Auszeichnung für Vorreiter klimafreundlicher Finanzen, die Ja zu Divestment sagen. Diesen Vorbildern wollen wir öffentlich danken, dass sie das Richtige tun. Sie ziehen ihr Geld ab, sie nennen Klimakiller beim Namen (ja, Ihr seid gemeint, RWE, Total und die 198 anderen), und sie machen eine zu 100% erneuerbare Zukunft möglich. Danke!

Verweigerern und Blockierern, die weiter auf Profite zulasten des Klimas setzen, winkt dagegen ein Antipreis. Sie bekommen zurecht den ganzen Ärger der Gesellschaft. Wer unverbesserlich Geld in Kohle, Öl und Gas steckt, verdient unseren Widerstand.

Sechs Großanlegern stellen wir eine einzige, einfache Frage: Ist das Geld aus klimaschädlicher Kohle, Öl und Gas abgezogen?

Bis zum 13. Mai 2017 – dem Höhepunkt der Globalen Divestment-Mobilisierung 2017 – stellen wir jeden Tag eine Nominierung vor.

Nominierung 1:
Berliner Ärzteversorgung

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Die Berliner Ärzteversorgung verwaltet unglaubliche 7,1 Milliarden Euro. Damit finanziert sie die Renten von Medizinern in Berlin. Im Januar 2017 beschloss sie ein Teil-Divestment! Dank unermüdlicher Initiative von Ärzten und Klimaschützern wird das Geld aus vielen (wenn auch nicht allen) Kohle-Konzernen abgezogen, weil sie der Gesundheit und dem Klima schaden. Das ist ein guter Anfang.

Wir sehen die Berliner Ärzteversorgung als Vorbild in Europa und zeichnen die Verantwortlichen als “Klimafinanz-Vorreiter” mit dem #BerlinDivestmentAward aus. Und nicht vergessen: Die nächste Etappe heißt #DivestTheRest!

Nominierung 2:
Deutsche Bank

Anfang 2017 machte die Deutsche Bank Schlagzeilen mit der Ankündigung, sich aus der Kohle-Finanzierung zurückzuziehen. Sie dementierte auch  öffentlich, dass sie jemals die gefährliche DAPL-Ölpipeline in North Dakota / USA finanziert habe. Ist sie also eine würdige Kandidatin für den #BerlinDivestmentAward?

Wir forschten nach – und fanden Ernüchterndes. Was gut klingt, ist leider schlecht gemachtes Greenwashing: Recherchen von Urgewald zeigen, dass die Deutsche Bank einen Großteil der Kohle-Projekte und -Konzerne unverändert weiter finanziert. Auch an den Geschäften mit dem Unternehmen, das die DAPL baut, hält sie trotz “ökologischer und sozialer” Prüfung fest.

Die Deutsche Bank finanziert das Klimachaos mit und ist von Divestment meilenweit entfernt. Damit gewinnt man keine Awards, damit macht man sich schuldig. #fail #DefundDAPL

Update1: Hier ist das Live-Video der Übergabe des Negativpreises von Fossil Free Berlin an die Deutsche Bank in Berlin.

Update2: Der Pressesprecher der Deutschen Bank reagierte auf den Negativpreis! Nur eine Woche nach der Globalen Divestment-Mobilisierung trafen wir ihn zum Gespräch in Berlin. Die Deutsche Bank sei zum Dialog bereit. Konkreter: Er würde einen Gesprächstermin mit entscheidungsbefugten Personen auf einer höheren Ebene der Bank arrangieren. Wir sind skeptisch, aber gespannt. Mit einem Stufenplan für  klimafreundliche Finanzen könnte die  Deutschen Bank zeigen, dass ihr die Befreiung der Wirtschaft von Kohle, Öl- und Gas-Energie ein ernstgemeintes Anliegen ist.

 

Nominierung 3:
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Hat die KfW den #BerlinDivestmentAward verdient? Sie nennt Nachhaltigkeit und Energieeffizienz als wichtige Unternehmensziele und bietet Investoren milliardenschwere Green Bonds an. Das sind oft Anleihen an Unternehmen für erneuerbare Energien und Klimaschutzprojekte. Weltweit gelten sie als ein großer Hebel für die Dekarbonisierung.

Unerklärbar ist: Wider besseres Wissen finanziert die KfW gleichzeitig mehr als ein Dutzend klimaschädigende fossile Großprojekte, z.B. den Bau eines riesigen Kohlekraftwerks in Griechenland.

Die KfW profitiert von der Zerstörung des Klimas und erhält deshalb beim #BerlinDivestmentAward den Negativpreis. #fail

Update: Hier ist das Live-Video der Übergabe des Negativpreises von Fossil Free Berlin an die KfW in Berlin.

Nominierung 4:
Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

170504-award4Die EKBO schließt seit Januar 2017 Unternehmen aus ihren Investitionen aus, die „Atomenergie produzieren oder die in ihrer Wertschöpfungskette Umsatzanteile von mehr als 30 % aus den fossilen Brennstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas generieren”. Sie ist „nicht mehr gleichgültig, wo und für was ihr Geld investiert wird“ und bezieht sozialverträgliche, ökologische und generationengerechte Kriterien mit ein.

Die EKBO handelt als Vorbild für den Klimaschutz. Das ist ein positives Signal für die rund eine Million Kirchenmitglieder und andere religiöse Gemeinschaften in Europa. Wir zeichnen die EKBO deshalb als Klimafinanz-Vorreiterin mit dem #BerlinDivestmentAward aus. Wir hoffen, dass die EKBO sehr bald auch Investitionen in Öl und Gas ausschließt, um die Schöpfung vor Klimachaos zu bewahren. #DivestTheRest

Nominierung 5:
Deutsche Bahn (DB)

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Sechs Monate lang hat sich Fossil Free Berlin um einen konstruktiven Dialog mit der Führung der DB bemüht. Jetzt kam die Antwort eines Entscheiders:

Klimafreundliche Finanzen wie die fossilfreie Altersvorsorge und Green Bonds seien für die DB ein ‚Non-Thema‘. Die DB scheut sich offenbar vor einer klaren, öffentlichen Position für die Dekarbonisierung. Angesichts ihrer eigenen Ziele zur CO2-Minderung ist das mutlos, in Zeiten der real stattfindenden Klimakatastrophe sogar fahrlässig.

Solange das so bleibt, verliert die DB ihre Nominierung für den #BerlinDivestmentAward. Sollte sie ihre Haltung in der Zukunft ändern, steht der Weg für einen positiven Award wieder offen.

Update: Hier ist das Live-Video von Fossil Free Berlin beim Besuch der Deutschen Bahn in Berlin.

 

Nominierung 6:
Berliner Landesregierung & Senatsverwaltung für Finanzen

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500 Tage lang hat FossilFreeBerlin geworben und gekämpft, dann stimmte das Landesparlament in Berlin mit Ja für Divestment. Die Senatsverwaltung für Finanzen machte sich an die Arbeit, fand Finanzdienstleister und ließ einen Aktienindex bauen, der zu 100% frei von Kohle, Öl und Gas ist. Auch Atom und Rüstung sind tabu. 823 Millionen Euro Versorgungsrücklagen werden vor RWE, Total und Co. in Sicherheit gebracht.

Es wird noch besser: Auch alle anderen Bundesländer, Städte und Kommunen können den Index für ihr Divestment nutzen. Er ist eine “Anleitung zum Ausstieg aus fossilen Investitionen”, schreibt der Tagesspiegel. Gratulation an @senfin und die Berliner Landesregierung: Damit gewinnen sie den #BerlinDivestmentAward als “Klimafinanz-Vorreiter”.

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