Was ist Divestment?

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Divestment bedeutet „Geld raus aus Kohle, Öl und Gas“

Divestment ist das Gegenteil einer Investition: Gelder (z.B. aus Aktien, Misch- und Indexfonds) werden bewußt aus Unternehmen mit unerwünschten oder schädlichen Geschäftsmodellen abgezogen, um sie zur Veränderung zu drängen.

Geschäfte mit Klimakillern sind moralisch verwerflich und finanziell riskant

Aus moralischen Gründen sind Geldanlagen in Kriegswaffen und Kinderarbeit für viele Investoren und Institutionen längst tabu. Auf diese Liste inakzeptabler Geschäfte müssen wir dringend auch  Kohle, Gas und Öl setzen, weil ihre gigantischen Mengen an Treibhausgasen das Klima zerstören.

Fossile Brennstoffe sind außerdem schon lange ein Finanzrisiko. Die Börsen- und Unternehmenswerte der alten Energiekonzerne sinken, weil z.B. die Kohle- und Ölpreise am Boden liegen und die Erneuerbaren immer günstiger werden. Die Dekarbonisierung ist seit dem Pariser Klimavertrag 2016 international beschlossene Sache. Beschlossen wurde, die globale Erderwärmung auf 1,5 bzw. maximal 2 Grad Celsius zu begrenzen. Dafür müssen mindestens 80% der heute bekannten fossilen Brennstoffreserven unter der Erde bleiben.

Wenn aber Konzerne wie RWE, Total, Shell, Exxon, Gazprom und Co. diese Rohstoffe niemals nutzen dürfen, sind ihre Unternehmenswerte schon heute falsch berechnet und unrealistisch aufgebläht. Es droht die nächste Finanzkrise, die Experten die Kohlenstoffblase („carbon bubble“) nennen. Finanzminister, Börsenspezialisten und Geldgeber macht das nervös und bringt sie zum Umdenken: Über 680 Großanleger haben sich bis heute der Divestment-Bewegung angeschlossen und ihr Vermögen in Sicherheit gebracht. Die ständig aktualisierte Liste aller Divestment-Erfolge weltweit findest Du hier: http://gofossilfree.org/commitments/

Divestment entzieht RWE, Exxon und Co. die soziale Akzeptanz

Auch wenn es vordergründig ums Geld geht, liegt die wahre Stärke von Divestment doch woanders: Die öffentliche Diskussion um klimaschädliche Geschäftsmodelle entzieht diesen Unternehme die soziale Akzeptanz. Je länger sie darauf beharren, Profite auf Kosten des Klimas zu machen, desto stärker kippt die Stimmung gegen die Klimakiller. Diesen Vertrauensentzug können alte Energiekonzerne auch mit Geld nie wieder zurückkaufen. Sie verlieren ihr Ansehen als Arbeitgeber und Standortindustrie, weil sie gegen die Dekarbonisierung, Klimagerechtigkeit und die Umwelt kämpfen.

Das macht Hoffnung: Divestment wirkte auch gegen Tabakkonzerne und die Apartheid

Es dauerte Jahrzehnte, um die Tabakindustrie in die Knie zu zwingen, und auch damals spielte Divestment eine erfolgreiche Rolle. Schon deutlich schneller wirkte Divestment in Südafrika: 155 Universitäten aus den USA zogen im Rahmen der Kampagne bis Mitte der 1980er ihr Vermögen aus Unternehmen ab, die dort ohne Rücksicht Geschäfte machten. Der Druck trug maßgeblich zur Abschaffung der Apartheid bei.

Aus diesen Erfolgen können wir heute sehr viel lernen. Die Fossil-Free-Bewegung, die mit Divestment gegen die Kohle-, Gas- und Ölindustrie kämpft, ist um ein Vielfaches größer und schneller als alle früheren. Das gibt uns Hoffnung, dass eine klimafreundliche Welt möglich ist und wir diesen Kampf gewinnen.